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Dein Leben ruft nach Dir, beschenke es mit deinem spontanen Sein

Bisweilen geschieht es, daß uns unsere spirituelle Programmierung immer weiter von unserer inneren Heimat fort bringt. Und dabei ist unser aufrichtige spiritueller Sehnsucht doch genau gegenteilig, nämlich zu unserer inneren Heimat zu gelangen. Den Flow unseres Lebens zu finden.

Wir sind süchtig nach den Methoden und Programmen der Psychologie, der Esoterik und auch der Religion. Wir sind so darauf versessen zu lernen, wie wir sein sollten, daß wir unser Leben verstreichen lassen, ohne überhaupt zu sein. Eine der schönsten Aspekte unseres menschlichen Denkens ist die Spontanität.

Spontanität ist eine der größten spirituellen Gaben. Spontan zu sein bedeutet, dem Gefängnis des Ichs zu entkommen, indem man dem vertraut, was jenseits des Selbst liegt. Das Ego übrigens ist einer der größten Feinde der spirituellen Zugehörigkeit. Das Ich, das EGO,  hat sehr wenig mit der wahren Beschaffenheit unserer Individualität zu tun. Das Ich-EGO oder EGO-Ich ist das falsche Selbst, es ist hervorgegangen aus unserer Angst und unserer eigenen Abwehrhaltung. Das Ich, das wir uns zugelegt haben, ist eine schützende Kruste, die wir um unsere Leidenschaft aufbauen. Sie entsteht aus Schüchternheit, aus dem Unvermögen, dem anderen zu vertrauen, und unsere eigene Andersartigkeit anzunehmen. Eine der größten Konflikte unseres Lebens ist der Kampf zwischen dem Ich und der Seele. Das Ich ist gefährdet, ehrgeizig, getrieben und ständig unter Druck, während die Seele eher zum Überraschenden, zur Spontanität und zu allem Frischen und Neuen neigt. Unsere Seele meidet alles Müde, Abgenutzte und Abgedroschene. Die  Quelle die in der Natur aus dem harten verkrusteten Boden hervorbricht,ist eine wunderschöne Metapher für die Frische, die plötzlich im Herzen aufsprudeln kann, wenn das Herz für Erfahrungen offenbleibt. Dann sind wir mit unserer inneren Heimat verbunden.

Im Nordsee-Camp vom 20 bis 22. Juli widmen wir uns unserer Spontanität, um unsere eigene Spiritualität neu zu erforschen. Wie bereit sind wir für neue Erfahrungen…???

Die Anmeldung zum Camp haben wir leicht gestaltet. Ebenso haben wir den Preis leicht gestaltet. Mit 100 Euro ist deine Teilnahme für das Campwochenende schon abgesichert. Du hast damit alle Annehmlichkeiten des Camps, wie Gesprächsrunden , Aufstellungen, Übungen, Meditation und sogar die Verpflegung für das Wochenende schon sicher. Einzig und allein deine Übernachtung kommt noch dazu. Und auch diese ist sehr  erschwinglich. Ob du Bett, Womo-Bett, Zelt oder Gartenhaus oder ob du alles mitbringst, das klären wir dann direkt am Telefon. Wenn du dabei sein möchtest, schick gleich direkt mir oder Nuemi  einfach eine mail oder ruf an:

Angela: angela.paschold@gmx.de,  Tel: 06645 780 45 70

Nuemi: nuemi1holtwick@gmail.com, Tel: 04734 2829891

oder melde dich über unser Kontaktformular, das findest du auf der Impressums-Seite

Wir freuen uns auf dich.

Von Herzen,

Angela

Ostern, meine Entscheidung für den Frieden und die Auferstehung…..

Ostern, für die einen ist es das Fest, wo der Frühling mit all seiner Fruchtbarkeit beginnt, wo die Tage wieder länger werden  oder das Leben erwacht und zurück kommt. Für die Christen ist es das Gedenken an die Kreuzigung und Auferstehung  Jesus…für die Schüler der Einweihungslehre ist diese Periode um die Frühjahrs-Tag-und Nachtgleiche ebenso eine sehr  wichtige Zeit, um sich seiner Läuterung, seine Erneuerung zu widmen. Der „Kurs in Wundern“ lädt in der Ostersymbolik die Schüler dieser Geistesschulung zur Schau der Heiligkeit ein. Nicht bei der Kreuzigung, beim Schmerz, beim Leid  stehen zu bleiben, sondern auf die Befreiung, die Auferstehung des  Gottessohnes zu schauen. „Denn Ostern ist die Zeit des Friedens, nicht des Schmerzes“..(EKIW, S. 426)

Ein auferstandener Christus wird zum Symbol der Vergebung, zum Symbol dafür, dass der Gottessohn die Vergebung sich selbst gegenüber angenommen hat und sich nun als geheilt und ganz betrachtet.

Nur diese  Wahrheit wird uns in den Frieden führen. Ostern ist die Zeit der Wahrheit, Ostern feiern wir die Auferstehung des Gottessohnes. Du hast deine Wahrheit, deine Sündenlosigkeit, angenommen. Du hast dir selber vergeben und damit den Gottessohn befreit.

Diese Woche hat begonnen mit Palmen und hört mit Lilien auf, dem weißen und heiligen Zeichen dafür, dass der Sohn Gottes unschuldig ist, heisst es im Kurs. Mögen wir uns erinnern, dass der Palmsonntag ein Zustand ist, wo du deine eigene Sündenlosigkeit annimmst. In diesem Moment, der Annahme deiner Sündenlosigkeit entscheidest du dich für deine Heiligkeit. Du nimmst den in dir innewohnenden Christus, deine eigene Göttlichkeit  an. Du schenkst dir selber die symbolische Gabe der weißen Lilien, der Blume der Unschuld. Und nun sei bereit und schau auch bei deinen Brüdern und Schwestern auf deren Unschuld. Schenke deinem Bruder die weiße Liliengabe, denn mit jeder weißen Lilie, die du verschenkst, bekennst du dich zu dieser Wahrheit und gemeinsam mit dir ehrst du die vollkommene Schuldlosigkeit, die Reinheit des Gottessohnes, deines Bruders.

Schauen wir gegenseitig auf den Christus in uns, auf unsere Göttlichkeit, so erkennen wir, das, was uns eint. Beginnen wir jetzt damit, das Schwert der Verurteilung nieder zu legen, um dem Hass die Nahrung zu entziehen. Schauen wir mit den vergebenden Augen der Liebe aufeinander, so mehren wir den Frieden zwischen uns. Mehren wir den Frieden in unserem Herzen, mehren wir den Frieden zwischen uns. Wenn Angriffgedanken verschwinden, verschwinden Waffen ebenso.

Schau nicht auf die Kreuzigung, lass die Dornenkrone als Symbol der Verurteilung sinken, schenke stattdessen die Vergebung und gib deiner Schwester, deinem Bruder, wo immer er ist, die weiße Lilie, das Symbol der Unschuld und der Reinheit. Schau auf seine Heiligkeit, damit der Friede in dir sich ausbreitet, denn die Welt sehnt sich nach Frieden. Setze ein Zeichen der Vergebung und sei ein Friedensbringer. Es ist wichtiger denn je. In dem Sinne wünsche ich dir ein segenreiches und wundervolles Osterfest.

Feiere deine Auferstehung,

in Liebe, Angela

 

Wozu schleppst du all das mit dir rum..?

Von Freiheit und vom Sinn des Loslassens
“Ein Mensch war schwer beladen unterwegs. Aus dem Rücken trug er einen gewaltigen Rucksack voller Sand. Auf dem Kopf balancierte er einen Korb mit einer Melone und an seinen Füssen klirrten massige Eisenketten. So schleppte er sich durchs Leben, als er jemandem begegnete, der ihn fragte:
‘Wozu schleppst du diesen schweren Rucksack voller Sand mit dir herum?’
Erst bei dieser Frage spürte er, wie schwer das Gewicht auf seinen Schultern lastete und wie unnötig der Sand für ihn war. Also nahm er den Rucksack ab, schüttete den Sand in ein Schlagloch und dehnte und reckte sich.
Während er weiterging, war er ganz erstaunt, wie viel leichter ihm das Gehen fiel. Dann begegnete ihm wieder jemand und der fragte ihn:
‘Warum trägst du diese halb verfaulte Melone auf dem Kopf? Sieh dich um, überall hängen Früchte an den Bäumen und es sind genug für alle da!’
Der Mensch sah sich um und erkannte, dass der andere die Wahrheit gesagt hatte. Also nahm er gern den Korb ab und liess die Melone für Vögel und Ameisen zurück. Als er weiterging, genoss er das neue Gefühl von Beweglichkeit. Noch einmal begegnete ihm jemand und der fragt ihn:
‘Wozu trägst du denn diese schweren Eisenketten an den Füssen?’
Erstaunt blickte der Mensch an sich hinunter, denn er hatte sich so an seine Ketten gewöhnt, dass er sie ganz vergessen hatte. Selbst das Klirren hatte er überhört.
Nachdem er sich entschieden hatte, auch diesen Ballast loszulassen, schritt er weit aus und genoss das Gefühl von Freiheit.
Auch wenn uns nicht ständig jemand begegnet, der uns daruf aufmerksam macht, wo wir noch Ordnung schaffen und Ballast loswerden können, sind wir unserem inneren Chaos doch nicht hilflos ausgeliefert. Mit der Schulung der Selbstbeobachtung schärfen wir unsere Wahrnehmung und so können wir uns dann auch die zentralen Fragen selbst beantworten: Gehe ich gut mit mir um? Liebe und aktzeptiere ich mich so, wie ich bin?”
Aus dem Buch: “Aufräumen im Kopf” von Micheline Rampe

 

Freie Zeit ist Zeit für das Leben

Vor drei Tagen war´s: Ich saß mit wundervollen Freunden zum gemütlichen Osterkaffee zusammen und wir lachten so richtig herzhaft über eine kleine Episode, die eine Freundin zum Besten gab. Sie erzählte von einer Übung, die sie in Dreierkonstellation auf einem Workshop machten. Einer stellte die Zeit dar, Einer die Ablenkung und Einer sich selber….das was unseren Lacher erzeugte, war ihre Beschreibung, dass die Person, die die Zeit darstellte, die ganze Zeit im Kreis herum rannte…. :-).

In dieser kurzen Momentschilderung der  im Kreis rennenden Zeit steckt so viel Symbolik drin, in welch einem Sog wir uns da oftmals befinden.

Wie oft höre ich „Oh Angela, ich würde gern, doch ich hab keine Zeit..“oder auch Sätze wie  „.. schade, ich muss jetzt weiter, ich muss noch das und das erledigen..“….“Ich hab keine Zeit“ wie oft hören wir in unseren Beziehungen diesen Satz und wie oft akzeptieren wir selbigen. Beobachte dich einfach mal, wie oft du diesen Satz selber benutzt, und was das mit dir macht, wenn du ihn hörst.

Schauen wir ehrlich in unsere Welt: Nie war Zeit so rar wie heute. Wir sind dauernd damit beschäftigt, unsere Zeit zu planen, einzuteilen und sie effektiv zu nutzen. Atemlos und auch besinnungslos jagen wir Tag für Tag der Zeit hinterher. Unser Leben verkommt zu einem „Müssen“. Wir müssen Arbeiten erledigen, wir müssen unbedingt heute das und das erwerben, wir müssen unseren Terminen nachkommen, wir müssen Geld verdienen, Erwartungen erfüllen, wir müssen, wir müssen, wir müssen. Immer finden wir eine Rechtfertigung, in diesem Sog mitzudrehen.

Wir vergessen darüber ganz und gar, worauf es in unserem Leben wirklich ankommt. Wäre es nicht besser, die Zeit mehr dafür zu nutzen, für das, was uns zum Leben hilft. Haben wir noch Zeit Glück zu erleben, haben wir noch Zeit für das Licht und Zeit unser Gesicht der Sonne zuzuwenden, haben wir noch Zeit unseren Liebsten zu lauschen, dem Klang eines Satzes nachzuspüren, eine leichte Berührung zu empfinden? Wir rennen und rennen, um keine Zeit zu verlieren und wissen vielleicht am Ende des Tages manchmal nicht wirklich, wo unsere Zeit geblieben ist.

Ich möchte dich heute hier  einladen, dir selber freie Zeit zu schenken. Freie Zeit für Muße, Ruhepausen, für Lachen, für Wesentliches. Wertschätze dich heute einfach mal selber, und schenk dir selber freie Zeit. Und es ist egal, ob du mit einer Viertelstunde beginnst oder mit einer ganzen Stunde, schenk dir Zeit für all die Dinge, die du magst und die dich glücklich machen….erlaube dir gegen den Strom zu schwimmen, das Wesentliche einzuladen, wie Zeit für Zärtlichkeit, Zeit für ein Gebet, Zeit für Lachen, Zeit für Geduld, Zeit für die Liebe. Erlöse dich vom „müssen“

Vielleicht fühlst du dich inspiriert, von unserem Sommercamp, denn dort wollen wir uns selber beschenken, mit freier Zeit. Freier Zeit, wo wir finden werden, was uns nährt, was wir so sehr brauchen. Wir schenken uns die freie Zeit, um ganz Mensch zu sein, um füreinander da zu sein und einander gut zu tun. Freie Zeit ist Zeit für das Leben, im Sommercamp von Liebe versöhnt wollen wir von ganzem Herzen das Leben leben.

Danke,  daß du dir heute Zeit schenkst…

Von Herzen, Angela

Das Verwandeln kann dich zu deinen verborgenen inneren Schätzen führen

Das neue Jahr hat nun schon wieder gut Fahrt aufgenommen. Ich nehm an, viele von uns haben sich , so wie ich auch,  für dieses Jahr etwas vorgenommen. Wir möchten das, was in unserem Leben nicht mehr zu uns passt, verändern. Manches soll besser werden, anderes, was wir glauben, was für uns nicht gut sei, wollen wir weghaben…..etc etc..
Doch Veränderung an sich besagt, dass der momentane Zustand in dem wir sind, in dem unsere Beziehung ist , wo wir mit unserem Business stehen, wie unser Kontostand ist, falsch sei und dass wir an diesem „falsch“ nun unbedingt etwas ändern müssen. Das hat so was von“Ich bin nicht in Ordnung“, „ich habs nicht hingekriegt“, „was ich habe ist nicht gut genug“….vielleicht kennst du ja diese ewig nörgelnde Stimme in deinem Kopf. Das klingt nach Anstregung und Kampf gegen sich selbst. Es ist nichts Falsches daran, diesen Weg zu wählen, denn es ist nur ein Weg. Aber, es geht auch anders.

Evolution oder  Neues herbei sehnen kann auch freudvoll oder abenteuerlich sein, wenn es uns gelingt aus dem Verändern ein Verwandeln zu machen. Hierbei  sollten wir uns ehrlich und schnörkellos einmal darüber Gedanken machen, was uns stört an uns selber und  in unserem Leben und wie wir uns daraus, einem Schmetterling gleich, verwandeln können.
Verwandlung meint, dass ich nichts in mir ausschließe, sondern, dass ich mit meinen Krankheiten, Konflikten, Problemen, ja auch meinen Verfehlungen, Lebenspatzern ins Gespräch komme.

Statt die Krankheit zu bekämpfen, weil ich gesund sein will, könnte ich mich stattdessen befragen, was mich in den kranken Zustand gebracht hat. Statt meine schlechte finanzielle Situation verändern zu wollen, könnte ich mich fragen, was ich vielleicht mit meiner Geldknappheit erreichen wollte, ich könnte in mein Mangelgefühl hineingehen und mir mal die Frage stellen: wozu es mir eigentlich dient, oder was ich mir damit beweisen wolle. Spannende Momente könnte ich auch erleben, wenn ich meiner inneren Kreativität erlaube, mir Ideen zu zeigen, wie Euro´s in mein Leben hineinflattern ……….Wenn ich zum x-ten male in einer Beziehung festhänge, die mir nicht gut tut, könnte ich mich fragen: was hält mich davon ab, mir Beziehungen herbeizusehnen und aufzubauen, in den ich mich getragen, verstanden, geliebt fühle…

Fragen, die du dir stellst, laden dich ein, Antworten in dir entstehen zu lassen. Mit Fragen,  kommst du mit deinen Konflikten, deinen Fehlern, oder deinen Krankheiten, ins Gespräch. Du kommst mit dir in Kontakt und dies wird dich zu deinem Schatz führen, der in dir verborgen liegt. Denn mit deiner Hinwendung zu dir schaffst in dir einen Raum der Akzeptanz, des Annehmens und der Wunsch nach Verwandlung führt dich dabei auf wundersame Art und Weise zu Neuem . Dein Blick für dich wird sehender und auf einmal nimmst du neue Lebensmöglichkeiten wahr, du erkennst vielleicht neue Qualitäten in dir, die du bisher unterdrück hast.
Dort, wo ich mich ohnmächtig fühle und auf meine Unfähigkeit stoße, dort liegt auch ein Schatz begraben.
Statt meine Energie darauf zu verwenden, Fehler gewaltsam zu beseitigen oder zu unterdrücken, sollte ich mit meinen Fehlern und Sünden, mit meinen Konflikten und Problemen ins Gespräch kommen. Dann können sie mir den Schatz zeigen, der auf dem Grund meiner Seele darauf wartet, geborgen zu werden. Und sie können mir zugleich auch den Weg zu diesem Schatz weisen.
Verwandlung ist also, die Akzeptanz meiner Schwächen, in der ich die Kraft für meine Wandlung finde.

Ich wünsch dir Freude dabei, wenn du deinen eigenen Schatz hebst….

In Liebe,  Angela

Die Sehnsucht nach einem Leben aus Zuversicht und Gewißheit

 L Winterweg1Die Geschichte, die ich euch heute schenken möchte, ist aus  dem Buch „Im Land der Verheißung“ von Manfred Kyber. Ich fand sie dieser Tage in meinem Mail-Briefkasten in einem Newsletter. Mehr zufällig nahm ich mir die Zeit, sie mit Bedacht zu lesen. Etwas in ihr rührte mich zutiefst an.Nach einem Weilchen des Nachsinnens  begann ich den Dialogbeginn der Bärin mit Bruder Immanuel noch einmal zu lesen und blieb am Satz:…..“es ist etwas auch in euch von der Verwirrung der Kette der Dinge, sonst würdet ihr nicht krank werden können. Auch das wird einmal nicht mehr sein..“, hängen. Ja, da war es wieder, genau diese Zeilen stießen etwas in mir an. Es war, als wenn diese kleinen Zeilen, eine Sehnsucht in mir zum Klingen brachten…eine  Sehnsucht nach einem Leben aus Zuversicht und Gewissheit.

Wirkliche Liebe ist nicht überhaupt nicht lieb, im Sinne von“ lieb sein“. Wirkliche Liebe schaut eben nicht weg, wenn ein Fehler gemacht wird, wenn ein Mißgeschick, ein Fehler oder etwas Schlimmes passiert. Im Gegenteil, Liebe schaut ganz genau hin. Nicht nur oberflächlich sondern eindringlich. Liebe verharmlost nichts und fürchtet letztlich auch nichts – auch nicht den Schmerz, der dadurch entsteht, dass sie offenlegt, was geschehen ist, was vertuscht werden soll oder was in einem irreführenden Gewand daher kommt.

Liebe öffnet die Augen, Liebe betrachtet die Ereignisse, wie sie sind. Sie sieht auch den Fehler, das Unschöne, das Unwahre…nur schaut sie nicht richtend, sondern auf-richtend darauf. Echte Liebe kann das, weil sie auch sehen will, was beugt, was lähmt, was vergessen ist, was krümmt…sie sieht auch „die Verwirrung der Kette der Dinge“. Und nur weil sie alles anschaut, nichts ausschließt und nicht wegschaut, macht  echte Liebe auch lebendig. Sie leuchtet in der Wirklichkeit des Alltags und sie beleuchtet ihn. Liebe macht hell, klärt auf. Und das läßt uns leben……..

Es ist diese Gewißheit, die Bruder Immanuel in mir anregt……zu wissen, dass die wirkliche Liebe in uns,  darauf achtgibt, dass die negativen Folgen lieblosen Denkens und Handeln möglichst gering bleiben. Sie weiß um das Unvollkommene, um unsere Abgründe. Und sie appeliert an das Gute und Vollkommene in uns….Ja, das Handeln danach stillt unsere Sehnsucht, denn es  ist ein Leben aus Zuversicht und Gewissheit….

Und vielleichst erkennst ja auch du, dass  du auf dem Pfad eines “ älteren Bruders“ wandelst…..Ich danke dir dafür, denn durch Menschen wie dich, kann es geschehen, daß in der „Verkettung der Dinge“ immer wieder ein Glied entwirrt wird und Erlösung geschehen kann. Schauen wir gemeinsam mit den Augen der Liebe in die Ereignisse……damit das Leben aufatmen kann, weil es von Gewißheit und Zuversicht getragen wird.

In diesem Sinne wünsch ich dir von ganzem Herzen eine schöne liebevolle Adventszeit

Von Herzen, Angela

 

Eine wunderbare Nacht

Es war schon spät, da geschah es, dass an die Tür der Hütte geklopft wurde. Bruder Immanuel
stand auf von seinem Lager und öffnete. Vor ihm im Dunkel der Nacht stand wie ein riesiger
Schatten eine große Bärin. Es hätte einen anderen wohl grauen können; aber Bruder Immanuel
sah, dass die Bärin in Not war, denn sie führte ihr Kind an der Tatze, das krank war. „Ich habe
gehört, dass du ein älterer Bruder bist“, sagte die Bärin sehr bescheiden, „mein Kind ist krank,
vielleicht kannst du ihm helfen. Wir haben es mit einigen Kräutern versucht, die wir kennen, aber
es hat diesmal nichts geholfen.“

„Man muss dazu noch andere Kräuter kennen, liebe Schwester“, sagte Bruder Immanuel sehr
freundlich, „es ist etwas auch in euch von der Verwirrung der Kette der Dinge, sonst würdet ihr
nicht krank werden können. Auch das wird einmal nicht mehr sein.“

Das Eichhörnchen hatte sich knurrend und fauchend erhoben. „Lieber Bruder“, sagte Bruder
Immanuel zu ihm, „gehe und suche mir die Blume mit dem roten Kelch, die am Weg der Dornen
blüht, und rufe die Hirschkuh, denn ich brauche etwas Milch, weil jemand krank ist.“ Das
Eichhörnchen verschwand im Dunkel und Bruder Immanuel deckte den kleinen Bären sorgsam
zu. Als das Eichhörnchen zurückkam, hatte es die rote Blume mitgebracht. Draußen vor der
Hütte stand die Hirschkuh, und Bruder Immanuel trat zu ihr hinaus. „Ich danke dir viele Male,
dass du gekommen bist“, sagte er, „es ist für die Bärin und ihr Kind, wenn du deine Milch
hergibst.“

„Für die Bären will ich nichts von meiner Milch geben“, sagte die Hirschkuh, „sie haben oft
meinesgleichen gerissen im Walde.“ „Das ist wohl wahr“, sagte Bruder Immanuel, „aber siehst
du, es ist ihr Kind, und es kann nicht gesund werden, wenn du ihm nicht etwas von deiner Milch
schenkst. Nur diese Milch kann dem Kinde helfen, gerade weil die Bären dir Unrecht getan
haben durch die Verwirrung in der Kette der Dinge. Du gehst den Weg des älteren Bruders,
wenn du es tust. Ich gehe auch diesen Weg; sonst dürfte ich dich nicht darum bitten.“

Da gab die Hirschkuh von ihrer Milch, und Bruder Immanuel dankte ihr viele Male dafür. Denn
es war viel mehr, was sie getan, als dass sie ihre Milch hergegeben hatte. Ein Glied hatte sich
entwirrt in der Verwirrung der Kette der Dinge, und ein Schritt war getan auf dem großen Wege
der Erlösung. Es war vielleicht nicht viel, was auf dieser Erde des Scheins geschah; aber in der
Welt der geistigen Wirklichkeiten war es ein gewaltiges Ereignis. Bruder Immanuel tat die rote
Blume, die am Wege der Dornen blüht, mit der Milch der Hirschkuh in eine Schale und reichte
sie dem kleinen Bären. Das Bärenkind trank die Schale aus und schlief sehr tief ein.

„Die Hirschkuh, deren ihr viele gerissen habt, liebe Schwester, hat dir diese Milch gegeben“,
sagte Bruder Immanuel zu der Bärin. „Morgen ist dein Kind gesund.“ In der Seele der Bärin ging
etwas vor, was sie noch nie erlebt hatte. Es war dies eine wunderbare Nacht. „Wir werden
niemals wieder eine Hirschkuh oder eines ihrer Kälber reißen in diesem Walde“, sagte die Bärin,
„ich werde das allen Bären sagen, und sie werden das einsehen.“ Das war wieder ein gewaltiges
Ereignis in der Welt der geistigen Wirklichkeiten. Am anderen Morgen erwachte sie und sah,
dass ihr Kind in der Hütte umhertollte und mit einer hölzernen Kugel spielte. So schloss sich
wieder ein Ring in der Kette der Dinge.

In diesem Walde wurde nie wieder eine Hirschkuh oder ein Hirschkalb gerissen, und wenn
Bruder Immanuel durch den Wald ging, dann grüßten ihn alle Raubtiere schon von weitem.
Er aber segnete sie alle mit dem Segen des älteren Bruders, und er besprach mit ihnen, dass
auf dem Berge, auf dem seine Hütte stand, kein Tier dem anderen etwas tun dürfe. Noch war die
Kette der Dinge nicht entwirrt, und noch musste es geschehen, dass einer den anderen riss zur
Nahrung. Aber auf diesem Berge sollte es nicht mehr geschehen, und die Tiere versprachen
alle, es so zu halten, und sie taten es auch. So hatten die Tiere erfasst, was Asylrecht ist, und
dies war ein großes Ereignis auf der Erde und ein noch größeres Ereignis in der Welt der
geistigen Wirklichkeiten, und es war das größte der großen Ereignisse aus dieser wunderbaren
Nacht.

Aus: „Das Land der Verheißung“ von Manfred Kyber