Wer seine eigene Mitte hat, kann über seine Grenze leichter hinauswachsen

Viele Menschen leiden heute an Überforderung. Das kann viele Gründe haben. Ein immer wieder anzutreffender Grund ist, überforderte und ausgebrannte Menschen haben ihre Grenze nicht beachtet. Sie leben über ihre Verhältnisse und merken irgendwann, daß sie das innere Maß verloren haben. Doch ohne das rechte Maß gelingt das Leben nicht.

Dann gibt es aber auch Menschen, für die etwas anderes zutrifft: Vor lauter Sich-Abgrenzen entdecken sie ihre eigeneKkraft gar nicht, sie wachsen nie über ihre eigene Grenzen hinaus. Ganz im Gegenteil, sie bleiben in ihrer eigenen inneren Enge stecken. Von solchen Menschen sagen wir, sie seien begrenzt oder starr…..sie sehen nicht über ihren eigenen Tellerrand hinaus. Sie sind wenig belastbar. Sie sind unfähig, ihre eigenen Grenzen, aber auch die ihrer  Gruppe, in der sie sich bewegen, auszuweiten, um neues Leben zuzulassen.

Wie aber gelingt menschliches Leben miteinander, das ja immer ein Leben in Beziehungen ist?

Ohne die Fähigkeit, sich abzugrenzen kann man seine menschliche Identität nicht wahrnehmen, seine eigene Persönlichkeit nicht entwickeln. Wenn ich mit jemanden in Kontakt trete, tönt meine Persönlichkeit, mein Menschsein durch meine Stimme und mein Sprechen zu dem anderen Menschen  hin, ich erreiche damit die andere Person. Auf diese Weise geschieht Begegnung. Damit aber Begegnung gelingt, braucht es einen guten Ausgleich von Grenze und Grenzüberschreitung, von Schutz und Sich-Öffnen, von Sich-Abgrenzen und Sich-Hingeben. Ich muss um meine Grenze wissen. Erst dann kann ich sie immer wieder überschreiten, um auf den anderen zuzugehen und ihm zu begegnen, ihn in der Begegnung zu berühren und darin möglicherweise einen Augenblick von Eins-Werden zu erfahren.

Begegnung geschieht also , so gesehen immer an der Grenze. Ich muss bis an meine Grenze, bis an mein Äußeres gehen, um beim Anderen anzukommen. Ich muss über mein Ich hinausgehen und mich dem Du zuwenden. Wenn wirkliche Begegnung gelingt, sind  Grenzen nicht mehr starr und trennend, sie werden fließend, es geschieht an der Grenze und über die Grenze hinweg Eins-Werden. Doch Begegnung ist nichts statisches, sondern immer etwas, was im lebendigen Vollzug geschieht. nach der Begegnung geht jeder wieder in seinen Bereich zurück, bereichert von den Erfahrungen an der Grenze.

Der richtige Umgang mit Grenzen ist also im Miteinander, in unseren Begegnungen, wichtig. Viele Menschen können heute nicht mehr “Nein” sagen, sie stehen unter dem inneren Druck, alle Wünsche, die an sie herangetragen werden, zu erfüllen. Sie haben Angst, nein zu sagen, weil sie befürchten, Ablehnung zu erfahren. Sie leiden darunter keine Grenzen setzen zu können. Wiederum andere haben die Fähigkeit verloren, sich gegenüber Menschen in ihrer Umgebung abzugrenzen. Ihre Grenzen zerfließen. Sie nehmen sofort wahr, was andere fühlen. Doch das ist nicht nur angenehm, denn ihre eigenen Gefühle mischen sich ständig mit denen anderer. Dadurch sind sie den Stimmungen anderer ausgesetzt und lassen sich davon bestimmen. Oftmals haben sie den Eindruck, dass sie sich auflösen. So leben sie schutzlos. Doch wir brauchen auch unseren Schutzraum.

Unser Leben kann nur gelingen, wenn es innerhalb bestimmter Grenzen gelebt wird. Wohl dem, der seine Grenzen kennt, denn es geht nicht nur darum, sich abzugrenzen. Es geht auch darum, seine eigene Grenze selbst  zu kennen und sie auch zu lieben. Das heißt nichts weiter, als: Wir sollten einverstanden sein mit unserer Begrenztheit, dankbar sein für die Grenzen, die wir an uns und anderen erfahren. Der Schlüssel zum Gelingen von Beziehungen liegt auch darin, sich in seiner Begrenztheit, in seinem Menschsein  zu erfahren und auch die Menschen mit ihren Grenzen zu lieben.

Ja, auch ich erfahre, das geht nicht immer ganz leicht, da wir in uns auch gern Bilder vom Unbegrenzheit entwickeln. Doch sicher bin ich mir darin, wenn ich mich mit meinen Grenzen, meiner eigenen Belastbarkeit, meiner menschlichen Schutzbedürftigkeit, meinem eigenen Bedürfnis nach Näher oder Abgrenzung, nach Zugehörigkeit oder Freiheit…aussöhne und liebevoll damit umgehe, dann gelingt mein Leben, mein Miteinander, mein In-Beziehung-Sein  besser. Mit mir selber bin ich dann ausgesöhnt, ich hab mich, mein maß, meine eigene Mitte, gefunden  und kann dadurch leichter über Grenzen auch herauswachsen.

Am 30. Juli beginnt im Bielefelder Naturpark unser Sommercamp, hier werden wir uns mit diesem wichtigen Thema von Grenzerfahrungen  weiter beschäftigen, um gesund Grenzen zu ziehen und zu achten.  Die Grenzen des Menschseins zu wahren und zu achten in unseren Beziehungen, ist uns ein wichtiges Anliegen, das wir gern weiter geben wollen. Auch um der angebotenen Maßlosigkeit der fordernden Gesellschaft gesund zu entkommen. Du kannst im Camp dabei sein und viel über dich und deine innere Grenze erfahren.

Anmelden kannst du dich für das wundervolle  Miteinander im “Liebe versöhnt-Sommercamp”  direkt und ganz einfach auf der Seite ” Übernachtungen” .

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In liebevoller Verbundenheit, Angela

Nimmst du dir Zeit, Zeit für Begegenungen?

Heute nehme ich mir Zeit, Zeit für Begegnungen.

Ich möchte allen begegnen, die meinen Weg kreuzen, die zu meinem Alltag gehören, mit denen ich lebe und arbeite.

Heute nehme ich mir Zeit zum Innehalten, nein ich geh nicht vorbei, als gäbe es nichts mehr zu sagen, als gehörtest du nicht zu mir.

Heute nehm ich mir Zeit, dir zu begegnen, dir die Hand zu geben, zu lächeln, dir Gutes zu wünschen. Ich nehm Kontakt zu dir auf, ich geh auf dich zu, verringere die Entfernung zwischen uns. Ich beginne ein Gespräch mit dir und baue Grenzen ab.

Ohne Spott und ohne Vorurteil will ich auf dich zugehen, stattdessen schau ich mit Wohlwollen und  mit Offenheit auf dich. Mit offenem Herzen halte ich heute inne, um dich zu sehen, dich anzusehen. Ich nehm mir Zeit, deinen Worten zu lauschen, deine Fragen ehrlich zu beantworten.

Heute nehme ich mir Zeit für Begegnungen,  weil der Mensch neben mir, immer mein Nächster ist, ein Mensch mit Sehnsüchten, mit Hoffnungen, ein Mensch von Gott geliebt, wie ich auch.

Heute nehm ich mir Zeit, liebevoll  und wirklich zu verweilen…..

Liebe hat viele Facetten. Wir nennne sie oftmals Mitgefühl, Anerkennung, Verstehen, Vergebung, Sanftmut, Güte,Weisheit, friedliches Verweilen oder auch Achtsamkeit. All dies sind Grundlagen aktiver Liebe: Mitgefühl hilft, Güte gibt, Sanftmut glättet die emotionalen Wogen, anerkennende Liebe nimmt alle Wesen liebevoll auf……  All diese Eigenschaften können wir als Übungsfelder unseres Geistes betrachten, wir entwickeln Wohlwollen, lassen unseren Geist sanftmütiger werden, wir üben uns darin, alle Handlungen mit diesem wohlwollenden Geist auszuführen.

Nimmst du dir Zeit für  Begegnungen, Zeit zum wirklichen Verweilen, so lehrst du deinen Geist offen, unbegrenzt liebevoll alles, alle Wesen, alle Ereignisse  in Liebe anzunehmen, egal ob angenehm oder unangenehm. Du kultivierst in dir, die Qualität des Geistes, dem Treiben des Lebens mit ruhigem Blick zuzuschauen, ohne vor Unangenehmem weglaufen zu wollen oder sich von Unangenehmem mitreißen zu lassen.

Viele vermeintliche Liebes-Taten sind sind in Wirklichkeit Handelsbeziehungen. “Weil du nett und symphatisch bist, mag ich auch dich.”, “Liebst du mich nicht mehr, liebe ich dich auch nicht mehr”..solchen “Liebe” ist keine Liebe, denn ihr fehlt der offene Geist, eine Qualität der Liebe, die einfach gibt, ohne aufzurechnen, was es dafür zurückerhält. Der offeneliebevolle  Geist macht keinen Unterschied in der Liebe.

Wir lieben vielleicht unseren Partner, unsere Kinder, unsere Nächsten, doch fremden uns nicht nahestehenden Menschen begegnen wir distanziert und mit Vorbehalten. Lernen wir wir doch heute allen Wesen mit der gleichen Liebe entgegenzutreten. Lernen wir heute durch uneigennützige Gesten, vielleicht durch einen ganz unerwarteten spontanen Akt der Liebe an für einen bis dato noch fremden Menschen unbedingt, grenzenlos zu lieben, entwickeln wir die Qualität mit einem offenen grenzenlosen liebevollem Geist in die Welt hinein zu handeln.

Deine Absicht, dir dafür heute Zeit zu nehmen, kann der Beginn wundervoller Begegnungen sein.

In wenigen Wochen beginnt unser Sommercamp, hier werden wir uns Zeit nehmen, liebevoll beieinander zu verweilen, uns liebevoll zu begegnen….diese sieben Tage sind eine gute Übungsmatte, einen liebevollen Geist zu entwickeln, um in den Stürmen des Alltragsauch eine sichere  eine Zuflucht in der Liebe zu haben.

Ich wünsch dir wundervolle Begegnungen

In Liebe, Angela

 

 

Begegnest du jemandem, so lass es eine heilige Begegnung sein

Offensichtlich fällt es uns Menschen leicht, immer ganz schnell jemanden zu finden, mit dem wir ein Problem haben. Einerseits ist es genau dies, was uns eigene unangenehme emotionale Zustände beschert, was uns innerlich  quält , beschäftigt und manchmal sogar bis zu körperlichen Krankheitssymptomen führt. Andererseits zeigt uns jedes Problem, das wir mit einem anderen Menschen haben, nur einen Konflikt, den wir im Inneren haben. Wir haben ihn nur nach draußen projeziert. Was wir an anderen hassen, hassen wir an uns selbst, wo wir andere verurteilen, verurteilen wir uns selbst, was wir an anderen nicht mögen, mögen wir an uns nicht,was wir an anderen ablehnen, lehnen wir an uns ab….wir erschaffen damit innere Blockaden, innere Mauern in uns, in unserem Geist, wir fragmentieren uns selber und spalten Unangenehmes in uns ab. Das hält uns von der Liebe dem Voranschreiten und dem Erfolg in unserem Leben ab.

Der “Kurs in Wundern”, ich liebe dieses Buch, weil es so schonungslos einfach den Weg zurück in die Liebe, zu deiner Essenz, zu deinem Göttlichen Kern zeigt und weil es einen sehr praktischen Weg zeigt, den Frieden zu erlangen, besagt: “Wenn du jemandem begegnest, so erinnere dich daran, daß es eine heilige Begegenung ist. Wie du ihn siehst, so wirst du dich selber sehen. Wie du ihn behandelst, so wirst du dich selber behandeln. Wie du über ihn denkst, so wirst du über dich selber denken.” (T-VIII. 4:1-4). Beziehungen – und es ist völlig egal, ob es sich um die Familienbeziehungen handelt, die Freundesbeziehung, die Partnerschaft, die Arbeitsbeziehungen –  existieren, damit wir auf dem Weg zu Gott, zur Quelle, zur Einheit oder zum Himmel schneller vorankommen. Und mit dem Himmel, Quelle, oder Gott ist kein Ort außerhalb von dir gemeint, sondern ein Zustand deines Bewußtsein, es ist der Zustand von  völligem Einssein.

So kann jeder Mensch, dem wir begegnen, zu unserem Retter oder zu unserem Kreuziger werden, je nachdem, was wir für ihn sein wollen. Konzentrieren wir uns auf seine Fehler, sein sich schuldig-gemacht-haben, lehnen wir Teile von ihm ab, so treiben wir die Nägel des Selbsthasses tiefer in unser eigenes Fleisch. Denn wir sehen in dem anderen nur, was wir selber über uns denken oder mit uns machen, egal ob es uns bewußt ist oder nicht. Konzentrieren wir uns dagegen auf seine Volkommenheit, sehen wir das Gesicht Gottes in ihm, schauen wir auf seine Unschuld, dann macht uns das frei. Da es keine neutralen Gedanken gibt, führt uns jede unserer Beziehungen tiefer in den Himmel oder tiefer in die Hölle.

In jeder Beziehung lehren wir einander in jedem Moment entweder Liebe oder Angst. Wobei “lehren” hier im Sinne von aufzeigen gemeint ist. Wenn wir uns mit den Augen der Liebe anschauen, lernen wir, dass wir selber liebenswert sind und wir lernen ebenso aber auch tiefer, umfassender, integrierend zu lieben. Vermitteln wir in unseren Beziehungen, Angst oder Negativität, Ablehnung, Ausschluss oder Ausgrenzung lernen wir Selbstverdammung und wir lernen, uns noch mehr vom Leben zu fürchten. Wir übernehmen für uns, also lernen, immer genau das, wie wir den Anderen sehen. Entscheide ich mich dazu eine andere Person zu segnen, sie zu lieben, werde ich mich schließlich immer mehr gesegnet, geliebt fühlen. Projeziere ich Schuld, Anklage auf eine andere Person, werde ich mich selber immer schuldiger fühlen, mich selber immer mehr anklagen.

Unsere Wahrnehmungen von anderen Menschen geraten oft zum Schlachtfeld zwischen dem Wunsch des Ego nach kritischer Beurteilung und dem Wunsch der Liebe, der göttlichen Liebe, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. Geht es  darum Fehler zu finden, dann  ist das Ego ganz groß. Es sucht nach Fehlern in uns und in anderen. Die wahrhafte  Liebe, der Heilige Geist, das Göttliche in uns sucht die Unschuld in uns. Die Liebe sieht auf all das, was wir wirklich sind, sie schaut auf die  vollkommene Schöpfung Gottes. Weichen wir von der Liebe ab, so  sind unsere eigenen Wunden der Grund dafür. Der andere hat nichts verkehrt gemacht und an ihm ist nichts “Falsches”. Es geht immer um meine eigene Heilung.

Dienigen Menschen, die wir nicht mögen, stellen eine Lektion dar, die wir aufgefordert sind, zu lernen. Das, was ich an den anderen ablehne, ist das, was ich in mir ablehne, wo ich mich selber anklage.Wir helfen niemandem, vor allem uns selbst nicht, wenn wir uns als Polizisten des Universums aufspielen. Wenn wir mit dem Finger drohen,  hilft das niemandem. Im Gegenteil, indem wir andere schuldig sprechen trägt das nur dazu bei, daß die Menschen, die wir so wahrnehmen, in der Schuld stecken bleiben. Auch wir selber bleiben darin stecken, daß wir uns selber anklagen. Wir tragen somit dazu bei, dass Unfrieden und  kriegerische Plätze beibehalten werden. Zuallererst einmal in uns, aber auch im Außen. Denn wie lautet doch eines der grundlegenden Hermetischen Gesetze: Wie innen, so außen.

Raus kommen wir aus diesem Irrtum, dieser irrigen Sichtweise durch Vergebung. Vergebung ist ein Erinnern, ein Erinnern daran, dass wir alle in Wahrheit ein Aspekt der Liebe, ein Kind Gottes, ein Teil der göttlichen Schöpfung sind.  In dem Sinne ist Vergebung ein bewußter Entschluß, sich auf die Liebe zu konzentrieren.  Der Entschluß vom Groll auf andere Personen abzulassen, ist ein Entschluß uns selbst so zu sehen, wie wir wirklich sind und uns mit all unsere Anteilen, auch den ungeliebten, anzunehmen.

Begegnen wir dem, was uns am anderen wütend macht oder verletzt mit Mitgefühl und Vergebung, so schenken wir selber uns  Mitgefühl und Vergebung auch für das, was wir an uns nicht lieben und wir senden heilsame Impulse in unsere Beziehungen. Wir lehren und lernen tiefer, umfassender zu lieben, wir lernen zu lieben, so wie Gott uns, alle seine Kinder liebt.

Im Sommercamp werden wir genau das lernen, unsere Sichtweise weg vom Ego, weg vom Groll, weg von Trennung hin zur Liebe, hin zum Miteinander, hin zum Verbinden zu ändern.

denn: Nur die Liebe eint und heilt uns

Mit Liebe, Angela

Liebe drückt kein Auge zu

“Liebe drückt kein Auge zu”…..müßte das nicht heißen..?,… ist da nicht…??? Nein, da ist kein Buchstabe zuviel in der Überschrift…genau darum geht es, die Liebe drückt eben kein Auge zu. Sicherlich, die meisten von uns haben von Kindheit an zu hören bekommen: “sei doch lieb”. Vielen von uns wurde beigebracht, wenn jemand einen Fehler gemacht hat, ihm ein Mißgeschickt passiert ist, oder jemand sich daneben benommen hat: “.. na das macht doch nichts, das ist nicht so schlimm…”. Doch genau hier liegt eine der größten Gefahren, denn die Liebe bleibt dadurch in ihrem wahren Wesenskern unerkannt. Übrig bleibt dann nur noch eine zahnlose Karikatur von “Liebe”, eine Liebe, die man gerade deshalb nicht mehr ernst nimmt, weil sie zu lieb geworden ist. Wo Liebe zu lieb wird, weil sie zu oft die Augen zudrückt, bewirkt sie, daß man sie letztlich selbst aus den Augen verliert.

Wirkliche Liebe ist überhaupt nicht lieb. Sie schaut eben nicht weg, wenn Fehler gemacht werden, wenn Peinliches oder Schlimmes geschieht. Im Gegenteil, Liebe schaut genau hin. Nicht nur oberflächlich sondern eindringlich. Liebe verharmlost nichts- auch nicht den Schmerz, der dadurch entsteht, daß sie offenlegt, was gespielt wird, oder dass sie etwas klar beim Namen nennt, was in einem irreführenden Gewand oder lieblosem Handeln daherkommt.

Braucht die Liebe viele Namen?

Ich denke, Ja. Liebe läßt sich nach meinem Empfinden gar nicht in Worte fassen. Und schon gar nicht in ein einziges. Gerade weil Liebe so unbeschreiblich ist, braucht sie viele Namen. Ich wage sogar zu behaupten, ein Volk, das viele viele Namen für die Liebe hat, erkennt an, wie lebensnotwendig die Liebe für dieses Volk ist. Und andersherum: die undifferenzierte Verwendung des Wortes “Liebe” zeigt oftmals nur, wie lieblos oder wie seelisch arm eine Gesellschaft geworden ist. Dann dauert es nur eine kleine Weile, bis das Wort “Liebe” ausgelutscht ist und man es eigentlich nicht mehr hören kann. Und bald verschwindet dann auch das, was mit Liebe einst gemeint war.

Liebe als Gefühl

Ist die Liebe ein Gefühl? Viele verwechseln Liebe mit Schmetterlingsgefühlen im Bauch, mit dem  “Verliebt sein”. Damit reduzieren wir die Liebe auf das Erleben von romantischen Stunden, das Austauschen von Zärtlichkeiten oder dem Schwelgen in gemeinsamen Phantasien. Haben wir diese Gefühle nicht, glauben wir oftmals sogar, auch die Liebe verloren zu haben und verhalten uns dementsprechend -ungeliebt und lieblos. Verstehen wir Liebe als ein Gefühl, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn unser Leben einer Achterbahnfahrt gleicht…zwischenzeitlich mag es ja mal ganz spannend sein, die Ups and Downs zu erleben, aber für den Alltag auf Dauer ist es wohl eher wenig geeignet. Liebe löst Gefühle aus, ja, das ist wohl unumstritten, aber daß Liebe aus Gefühlen besteht, das ist ein Irrtum.

Liebe als Grundeinstellung

Liebe braucht ein festes stabiles Fundament, einen verlässlichen Grund, auf dem sie sich entwickeln und entfalten kann. Dabei geht es nicht um äußere Sicherheiten. Innere Entschiedenheit ist dafür wichtig. Meine klare Entscheidung, Liebe zu leben,das Leben zu lieben, meine Beziehungsmenschen – mich inbegriffen – zu lieben, weil ich sie lieben will, schafft Raum, in dem Gewissheit sich entwickeln kann, gewollt zu sein.  Hier entsteht das innerliche JA zum Leben.

Mit diesem  JA nehme ich das Leben an, als eibester Freundn kostbares  Geschenk, das gepflegt und geschützt werden sollte. Wo diese JA fehlt, hat auch die Liebe keinen Grund, keine stabile Basis, kein sicheres Fundament. Die Mütter dieser Welt kennen dies JA, sie drücken es aus, in der Fürsorge, symbolisch gesprochen, wenn sie den Säugling an die Mutterbrust nehmen. Die Christen benennen es in der Bibel “Barmherzigkeit”. Sowohl die Fürsorge als auch die Barmherzigkeit sind die mütterlichsten Eigenschaften der Liebe, die es gibt. Fürsorglich oder barmherzig zu sein bedeutet, offen zu sein für das noch ohnmächtige Leben, für die momentane Hilflosigkeit schwächerer Geschöpfe. Es bedeutet auch, sich mit seiner Lebenskraft mal hinzugeben, um dem Kleinen oder dem Hilflosen oder den Schwachen Lebenskraft zu geben. Diese Fürsorglichkeit oder Barmherzigkeit ist nicht abhängig von irgendeinem guten Gefühl. Nein, sie entspricht dem immerwährenden Aspekt der göttlichen Liebe. Wir als Wesen sind ein Ausdruck der Liebe, in uns ist alle Liebe, alle Kraft und alles Licht, was wir zum wahren Leben brauchen. Erweisen wir uns der Liebe würdig und  beginnen wir selbst zu lieben und Liebe den Mitmenschen und den Mitgeschöpfen dieser Welt zu geben. Indem wir zu Liebenden werden, zeigen wir, dass wir erwachsen sind.

Wie die Liebe schaut

Liebe öffnet die Augen, sie schaut auf die Wirklichkeit wie sie ist. Doch sie schaut nicht richtend, sondern auf-richtend darauf. Echte wirkliche Liebe kann das, weil sie sehen will und sehen kann, auch das, was beugt, kleinmacht, was lieblos ist, was unterdrückend ist oder was lähmt. Die echte Liebe kann das, weil sie an Ideale, an das Gute, das Liebende, das Unterstützende glaubt, weil sie Visionen hat, obwohl sie durch und durch realistisch ist. Gerade weil sie realistisch ist, macht die echte Liebe uns Menschen sehr lebendig. Die Liebe leuchtet in die Wirklichkeit des Alltags hinein, sie macht den jetzigen Moment hell, sie beleuchtet ihn. Und die Liebe klärt auf.  Die Äbtissin Hildegard von Bingen hat dafür den Begriff “Discretio” gewählt. Damit meinte sie kein Wegschauen von dem, was gerade geschieht, sondern ein darauf Achtgeben, dass die negativen Folgen möglichst gering bleiben. Discretio ist also Achtsamkeit pur. Ehrliche Achtsamkeit, Discretio, kann nur derjenige wirklich betreiben, der um die niederen Aspekte, die Ego-Mechanismen, die Begierden und Gelüste des Menschsein weiss und sie vor allem auch kennt, vor allem in sich selbst. Wirkliche Achtsamkeit, Discretio, kann nur gelingen, wenn wir mit wachem, offenem und vor allem wohlwollendem Blickauf uns selbst und dann auch auf alle anderen schauen. Dieses mit den Augen der Liebe schauende oder auch Wohlwollende empfinde ich als den Schlüssel zu Liebe. Lieb sein kann ich auch ohne Wohlwollen. Lieben nicht.

Oder kehren wir noch mal kurz zur mütterlichen Fürsorglichkeit, zur Barmherzigkeit zurück. Fehlt dieser Aspekt der Liebe, dann wollen wir unbarmherzig aufdecken, um abzugrenzen, auszuschließen, um zu trennen und zu richten. Lieb sein wollen dagegen, drückt ein Auge zu, sieht weg, um eben nicht auszuschließen oder einschreiten zu müssen. Beides steht der echten Liebe entgegen.

Liebende Fürsorglichkeit, oder auch Barmherzigkeit sieht mit offenen liebenden Augen auf den Anderen, sie deckt auf, eben damit der Andere sich nicht selbst ausschließt. Mit wirklich liebenden Augen zu schauen, bedeutet, den Schmutz an der Oberfläche zu sehen, doch auch die darunter liegende Wunde. Und genau darum geht es der echten Liebe, es geht um die Reinheit und die Klarheit, die das Leben braucht, um in seine Kraft zu kommen. Es geht ihr um das Beschreiten des Weges der Wahrhaftigkeit, um das Einüben, wahrhaftig sein zu wollen. Dies ist nur dort wirklich möglich, wo alles ans Licht kommen darf.

Wirkliche Wahrhaftigkeit läßt sich nur dort üben, wo der Blick im Licht und mit wahrhaft liebenden und vorurteilslosen Augen geschieht. Dies  richtet neu aus.

Es braucht in unserem Menschsein, mit all seinen dahergehenden kleinlichen Versuchungen und Verirrungen in unseren Ängsten und Begierden, aufrichtig Liebende, deren offene und klare Augen alles anzusehen bereit sind, die bei allem Geschehenen auf-richten und gerade dadurch heilenden Segen bewirken. Denn es ist die Liebe, die uns wahrhaft heilt.

In Liebe,

Angela

 

Danke, Gott, danke, dass ich wie alle anderen Menschen bin

Wie oft erscheint in unserem Alltag der Satz: ” Liebe dich selbst”, oder auch in der Form “Du musst dich selber mehr lieben” oder “Liebe beginnt bei dir”.  Auch ich hörte diese Sätze sehr  oft. Manchmal bekam ich auch gleich noch einige Hinweise wie ich das zu tun habe oder ich beobachtete einfach die Menschen, die vorgaben, sich selber zu lieben. Und ich gestehe, manches, was ich da beobachtete, fühlte sich in mir unstimmig an. Ich begann mich zu fragen: Ist es ein Akt der Selbstliebe, wenn ich mir, bildlich ausgedrückt, vom Lebensbuffett sofort die größten Brocken schnappe? Ist es ein Zeichen von Selbstliebe, wenn ich mich in meinen Schwächen hätschele? Ist es ein Zeichen von ehrlicher Liebe, wenn ich mich nur mit meinen Sonnenseiten wahrnehme. Ist es wirkliche Liebe, die ich zu mir empfinde, wenn ich mich selber meist hintenan stelle und den anderen den Vorrang lasse…? Ist es wirkliche Liebe zu mir selbst, wenn ich meinem inneren Gespür, meiner eigenen Erkenntnis nicht traue,wenn mein Handeln mit meiner inneren Wahrnehmung nicht authentisch ist sondern ich stattdessen Strategien entwickle um “Lieb sein zu wollen”….. Fragen über Fragen bewegten mich zu diesem Thema.

Es hat mich einige Nachdenklichkeit gekostet und auch so manch emotionales Nachspüren, manch Beobachten meiner Mitmenschen und so einige Auseinandersetzung mit mir selber. Doch für mich hat dieser Prozess einen enormen Wert gehabt und hat er immer noch, denn die innere Auseinandersetzung mit mir ist nichts Abgeschlossenes. (jedenfalls für mich): Heute bin ich mir bewußt, daß mich selbst zu lieben, mich für wertvoll zu halten, mich anzunehmen mit allem, was in mir ist, leichter gesagt als getan ist.

Viele verwechseln die Liebe zu sich selber mit Egoismus. Ihnen ist beigebracht worden, daß es etwas Negatives sei, sich selbst zu lieben.  Und dies “Egoistische”gilt es ,  zu überwinden. So verwehren sie sich, das JA zu sich selber. Andere wiederum  frönen dem Egoismus, setzen ihre eigene Wichtigkeit in Szene,  schauen selbstverliebt stundenlang in ihr eigenes Spiegelbild. Selbstverliebtheit jedoch ist keine Liebe, es ist eine  narzisstischen kindliche Auslegung der Liebe. Und: Selbstverliebtheit läßt nicht zu, dass du dich ganz, mit allen deinen Facetten anschaust. Sowohl der “Egoismus-Überwinder” als auch der “Selbstverliebte” haben sich im Egoismus verfangen. Beide sind von der Liebe zu sich selber weit entfernt.

Ich denke, wenn es uns gelingt, unabhängig von unseren Unvollkommenheiten, unseren Fehlern, unseren Unzulänglichkeiten,… unseren inneren Glanz, unsere inneres Gold wahrzunehmen, dann leisten wir einen wichtigen Beitrag für unser eigenes Wohlergehen. Mit “unabhängig von meinen Unvollkommenheiten..” meine ich: Ich  sehe meine eigenen Unvollkommenheiten, meine Schwächen, ich sehe sie ehrlich an, doch ich verfang mich nicht länger in ihnen. Ich nehm Abstand von meinem eigenen überzogenen Selbstbild. Ich schau mich ehrlich an.

In dem Moment, wenn ich nicht länger durch den Filter meiner übersteigerten Vorstellung, wie ich zu sein habe, um liebenswert zu erscheinen, sehe, beginne ich  mich anzunehmen, wie ich bin. Jetzt kann die Wertschätzung meines Selbstes, die ehrliche Liebe zu mir ihren Anfang nehmen. Das ist für mich der Beginn der Selbstliebe: Herauszutreten aus der Selbsttäuschung und mich ehrlich anzunehmen. Ja, und ich weiß, daß das nicht immer leicht ist.

Das beinhaltet aber ebenso, dass ich ehrlich auch auf meine lichtvollen Seiten, auf die Qualitäten in mir, die sich ehrlich gut anfühlen, auf meine göttlichen Kern, auf das Licht in mir schaue.  Denn all das bin ich auch.

Ich erkenne ehrlich, ja ich hab lichtvolle Seiten in mir und ja ich hab Schattenseiten in mir. Ich bin göttlich und ich bin auch menschlicher Mensch  mit all seinen Unvollkommenheiten..Und wenn ich zu  beidem in mir ehrlich “Ja” sage, dann habe ich begonnen, den Weg der Selbstliebe zu beschreiten. Und ich sage ganz  bewußt” begonnen” , denn für mich ist es  ein Weg, mich  immer wieder ehrlich anzunehmen und mir selber mit Selbstrespekt zu begegnen. Egal, was ich in mir betrachte.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, daß Menschen, die sich ehrlich selbst schätzen, die sich ehrlich angenommen haben, die sich selber wirklich ehrlich lieben, daß diese Menschen auch  viel für andere Menschen übrig haben. Das wusste schon Meister Eckhardt, wenn er sagte: “Hast du dich selbst lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst”.

Lieben wir uns ehrlich  selbst , begegnen wir uns selbst mit Wertschätzung, nehmen wir anderen und auch Gott viel Arbeit ab. Wir schauen dann darauf, daß es mir und den anderen gut geht, daß wir mit uns und mit den anderen fürsorglich, respektvoll, verantwortlich umgehen. Wir beginnen in Liebe zu handeln. Hier beginnt ein wertvolles Wir zu wachsen, denn es wird von der ehrlichen Liebe getragen und wir können,  uns im anderen zu erkennen.

Danke, Gott, danke, dass ich wie alle anderen Menschen bin.

In dem Sinne, lieber Mensch, ich liebe dich, wie mich selber

Von ganzem Herzen, Angela

Ich möchte dir da begegnen, wo wir echt miteinander sind

Ich liebe es, mit Menschen wirklich und echt  beieinander zu sein. Ich suche nicht das Banale, das Oberflächliche, das Schnelllebige. Nein, ich suche zwischen uns, zwischen dir und mir,  nach den Momenten, die mich so in der Tiefe berühren, daß die Zeit anhält und ich aus der Gefangenschaft meines Kopfes herausfalle, weil der Moment mich mit sich mitreißt. In diesem Moment bin ich so lebendig, ich spüre daß ich durchdrungen bin vom lebendigen Puls des Lebens. Alle meine Fragen lösen sich auf….und ICH BIN nur noch. Berührt, lebendig und glücklich…

Ich kenne Begegnungen, die sind voll von Worten, die mit Bedeutung überfrachtet sind und ich spüre meine Angst, mich selber in diesen Gesprächen zu verlieren. Ich kenne Begegnungen, die sind gefüllt mit wortreichen Zuneigungsbekundungen und trotzdem findet mein Herz keinen warmen Halt  in meinem Gegenüber. Ich kenne es, in Begegnungen zu sein und trotzdem zurückgezogen in meiner verschlossenen Welt zu verweilen und ich fühl diese unangenehme Hilflosigkeit, die mich daran hindert, zueinander zu kommen. Meist blieb meine Suche in diesen Momenten erfolglos, ich vermißte die Berührung in der Tiefe.

Heute fühle ich mich in meinem Menschsein  innerlich reich und beschenkt, denn ich habe erfahren, daß Begegnungen, die mich aufschmelzen mich zum Finden führen.  Es schmilzt Trennendes, Eingefrorenes und Verhärtetes in mir einfach hinweg, wenn Menschen mir, wie gestern in meinem Freundeskreis,  aufmachen, mich in ihr Leben einladen, mir von ihrer inneren Heimat erzählen, mir ihre Seele zeigen, auch ihr verwundbares Herz. Sie erlauben mir damit, in ihr Leben einzutreten. Das rührt mich an, denn hier erfahre ich wirkliche Begegnung, in der ich dich und mich erfahren kann. Nein, ich möchte das nicht als Einbahnstraße erleben, möchte nicht nur Zuschauer  oder Zuhörer bleiben.

Ich möchte immer mehr meine Sehnsucht stillen, möchte dir gerade da begegnen, wo wir echt miteinander sind, wo das Spielen und Vortäuschen aufhört. Ja, ich möchte wesentlich sein, dir ebenso erzählen, wie meine innere Heimat aussieht, welche Sehnsucht mich antreibt, aus welch Verletzung das Muster meines Herzens gewebt ist. Ich will dir erzählen von meinem mutigsten Gedanken, meiner innersten Verzweiflung und auch von meinem Mut. Ich will dich hereinlassen in mein Leben und ich will Wege suchen, die mich zu dir bringen. Weil ich weiß,  daß wir uns nur so in der Begenung nahe sein können, wenn wir echt sind, daß nur dies uns wirklich lebendig sein läßt, wenn wir in unserem Miteiander echte Begegnung zulassen.

Echte Begegnung zu erfahren, istauch  unser Herzensziel im Sommercamp. Dort wollen wir leben und üben, uns nahe zu sein, ohne einzuengen. Dort wollen wir gemeinsam die Mauern einreißen, die wir um uns gebaut haben, weil wir feste Bilder voneinander hatten. Wir wollen offen  füreinander sein und wir wollen uns behutsam nahe sein.

Ich möchte dich hier heute gern einladen, für einen kleinen Moment in deinem Leben,bewußt echt und wahr zu sein. Vielleicht gibt es in deinem Beziehungsnetz einen ganz besonderen Menschen, dem du heute Raum in dir geben möchtest, von dem du dich gern innerlich berühren lassen möchtest. Zeige diesem Menschen und ich bin mir sicher, dass dir sein Name auf Anhieb eingefallen ist, dass du dir wünschst, ihn näher kennenzulernen. Und erzähle ihm vielleicht auch ehrlich von dem, was dich in dir bewegt oder wonach du dich sehnst…. <3

Danke, daß du mir Raum in dir gegeben hast.

in Liebe, Angela

Freie Zeit ist Zeit für das Leben

Vor drei Tagen war´s: Ich saß mit wundervollen Freunden zum gemütlichen Osterkaffee zusammen und wir lachten so richtig herzhaft über eine kleine Episode, die eine Freundin zum Besten gab. Sie erzählte von einer Übung, die sie in Dreierkonstellation auf einem Workshop machten. Einer stellte die Zeit dar, Einer die Ablenkung und Einer sich selber….das was unseren Lacher erzeugte, war ihre Beschreibung, dass die Person, die die Zeit darstellte, die ganze Zeit im Kreis herum rannte…. :-).

In dieser kurzen Momentschilderung der  im Kreis rennenden Zeit steckt so viel Symbolik drin, in welch einem Sog wir uns da oftmals befinden.

Wie oft höre ich “Oh Angela, ich würde gern, doch ich hab keine Zeit..”oder auch Sätze wie  “.. schade, ich muss jetzt weiter, ich muss noch das und das erledigen..”….”Ich hab keine Zeit” wie oft hören wir in unseren Beziehungen diesen Satz und wie oft akzeptieren wir selbigen. Beobachte dich einfach mal, wie oft du diesen Satz selber benutzt, und was das mit dir macht, wenn du ihn hörst.

Schauen wir ehrlich in unsere Welt: Nie war Zeit so rar wie heute. Wir sind dauernd damit beschäftigt, unsere Zeit zu planen, einzuteilen und sie effektiv zu nutzen. Atemlos und auch besinnungslos jagen wir Tag für Tag der Zeit hinterher. Unser Leben verkommt zu einem “Müssen”. Wir müssen Arbeiten erledigen, wir müssen unbedingt heute das und das erwerben, wir müssen unseren Terminen nachkommen, wir müssen Geld verdienen, Erwartungen erfüllen, wir müssen, wir müssen, wir müssen. Immer finden wir eine Rechtfertigung, in diesem Sog mitzudrehen.

Wir vergessen darüber ganz und gar, worauf es in unserem Leben wirklich ankommt. Wäre es nicht besser, die Zeit mehr dafür zu nutzen, für das, was uns zum Leben hilft. Haben wir noch Zeit Glück zu erleben, haben wir noch Zeit für das Licht und Zeit unser Gesicht der Sonne zuzuwenden, haben wir noch Zeit unseren Liebsten zu lauschen, dem Klang eines Satzes nachzuspüren, eine leichte Berührung zu empfinden? Wir rennen und rennen, um keine Zeit zu verlieren und wissen vielleicht am Ende des Tages manchmal nicht wirklich, wo unsere Zeit geblieben ist.

Ich möchte dich heute hier  einladen, dir selber freie Zeit zu schenken. Freie Zeit für Muße, Ruhepausen, für Lachen, für Wesentliches. Wertschätze dich heute einfach mal selber, und schenk dir selber freie Zeit. Und es ist egal, ob du mit einer Viertelstunde beginnst oder mit einer ganzen Stunde, schenk dir Zeit für all die Dinge, die du magst und die dich glücklich machen….erlaube dir gegen den Strom zu schwimmen, das Wesentliche einzuladen, wie Zeit für Zärtlichkeit, Zeit für ein Gebet, Zeit für Lachen, Zeit für Geduld, Zeit für die Liebe. Erlöse dich vom “müssen”

Vielleicht fühlst du dich inspiriert, von unserem Sommercamp, denn dort wollen wir uns selber beschenken, mit freier Zeit. Freier Zeit, wo wir finden werden, was uns nährt, was wir so sehr brauchen. Wir schenken uns die freie Zeit, um ganz Mensch zu sein, um füreinander da zu sein und einander gut zu tun. Freie Zeit ist Zeit für das Leben, im Sommercamp von Liebe versöhnt wollen wir von ganzem Herzen das Leben leben.

Danke,  daß du dir heute Zeit schenkst…

Von Herzen, Angela

Sommercamp Liebeversöhnt

Sieben Tage den Lebenssinnn erspüren, Wunden heilen, Visionen teilen und Gemeinschaft erleben

Ich erinnere mich noch gut an das vergangene Sommercamp im Bielefelder Schopketal.

Das fröhliche Lachen schon draussen beim Freiluft-Morgenkaffee, wenn wir fürwitzig die Nase in die Sonne hielten. Der kleine Plausch in der Küche zwischen Semmelaufschneiden, Kaffepulver suchen und Müsli rühren. Das miteinander Schlendern auf unterschiedlichen Pfaden vom Schopketal zum Lila Haus oder umgedreht.  Die vielen vielen Gespräche mit so viel unterschiedlichen Menschen, mal ganz alltagsbanal, mal philosophisch fliegend, mal herzberührend und tief, mal verspielt und albern, mal tröstend und auch ganz viel emporhebend und  wertschätzend. Die vormittägliche Camprunde im Schopketal, die soviel Wahrhaftiges von uns  offenbarte. Die vorherige gemeinsame Zeit der Stille und des Besinnens im morgendlichen Bambushain. Das gemeinsame Mahl in entspannter großer Runde. Die vielen wundervollen Heilungs- und Erlösungsangebote in den zahlreichen Workshops. Die vielen Hände, die mithalfen. Die vielen schönen Lieder und Gitarrenklänge am Lagerfeuer und vorm Seminarhaus. Das freudige Leuchten der Augen beim miteinander Teilen.

Und es war egal, ob es Kaffeepulver oder Butter war, ob es Arme waren, die sich um dich und mich legten, ob es eine Geste des Dankes war, eine geteilte Erfahrung, eine sanfte Berührung, ein Lächeln  oder ein herzhafter Knuddler …ich erlebte soviel liebende und geliebte Menschen, die miteinander füreinander da waren. Ich erlebte tausenderlei Ausdrucksformen von Liebe, die mich an vielen Stellen tief in mir berührten, die mich davon überzeugten, dass ein liebevolles Miteinander  hier auf Erden doch möglich ist. All das trage ich wie einen leuchtenden  Schatz in meinem Herzen.

Immer noch. Und es wird schon wieder sehr  lebendig, im neugewählten Vorstandsteam, denn die Vorbereitungen für das Sommerkamp 2016 haben bereits begonnen. Weichen sind gestellt. Kontakte wurden geknüpf, das “Haus Lila” ist für eine Woche unser, Flyer sind im Druck, hier könnt ihr auf unserer neuen Sommercamp-Website etwas stöbern, wir haben emsig begonnen, das Sommercamp 2016….vorzubereiten. Am 30. Juli geht es los: Sieben Tage den Lebensssinn erspüren, Wunden heilen, Visionen teilen, Gemeinschaft erleben, Freude tanken und MEHR…..komm sei dabei…

Von Herzen und mit viel Freude, Angela

Das Verwandeln kann dich zu deinen verborgenen inneren Schätzen führen

Das neue Jahr hat nun schon wieder gut Fahrt aufgenommen. Ich nehm an, viele von uns haben sich , so wie ich auch,  für dieses Jahr etwas vorgenommen. Wir möchten das, was in unserem Leben nicht mehr zu uns passt, verändern. Manches soll besser werden, anderes, was wir glauben, was für uns nicht gut sei, wollen wir weghaben…..etc etc..
Doch Veränderung an sich besagt, dass der momentane Zustand in dem wir sind, in dem unsere Beziehung ist , wo wir mit unserem Business stehen, wie unser Kontostand ist, falsch sei und dass wir an diesem „falsch“ nun unbedingt etwas ändern müssen. Das hat so was von”Ich bin nicht in Ordnung”, “ich habs nicht hingekriegt”, “was ich habe ist nicht gut genug”….vielleicht kennst du ja diese ewig nörgelnde Stimme in deinem Kopf. Das klingt nach Anstregung und Kampf gegen sich selbst. Es ist nichts Falsches daran, diesen Weg zu wählen, denn es ist nur ein Weg. Aber, es geht auch anders.

Evolution oder  Neues herbei sehnen kann auch freudvoll oder abenteuerlich sein, wenn es uns gelingt aus dem Verändern ein Verwandeln zu machen. Hierbei  sollten wir uns ehrlich und schnörkellos einmal darüber Gedanken machen, was uns stört an uns selber und  in unserem Leben und wie wir uns daraus, einem Schmetterling gleich, verwandeln können.
Verwandlung meint, dass ich nichts in mir ausschließe, sondern, dass ich mit meinen Krankheiten, Konflikten, Problemen, ja auch meinen Verfehlungen, Lebenspatzern ins Gespräch komme.

Statt die Krankheit zu bekämpfen, weil ich gesund sein will, könnte ich mich stattdessen befragen, was mich in den kranken Zustand gebracht hat. Statt meine schlechte finanzielle Situation verändern zu wollen, könnte ich mich fragen, was ich vielleicht mit meiner Geldknappheit erreichen wollte, ich könnte in mein Mangelgefühl hineingehen und mir mal die Frage stellen: wozu es mir eigentlich dient, oder was ich mir damit beweisen wolle. Spannende Momente könnte ich auch erleben, wenn ich meiner inneren Kreativität erlaube, mir Ideen zu zeigen, wie Euro´s in mein Leben hineinflattern ……….Wenn ich zum x-ten male in einer Beziehung festhänge, die mir nicht gut tut, könnte ich mich fragen: was hält mich davon ab, mir Beziehungen herbeizusehnen und aufzubauen, in den ich mich getragen, verstanden, geliebt fühle…

Fragen, die du dir stellst, laden dich ein, Antworten in dir entstehen zu lassen. Mit Fragen,  kommst du mit deinen Konflikten, deinen Fehlern, oder deinen Krankheiten, ins Gespräch. Du kommst mit dir in Kontakt und dies wird dich zu deinem Schatz führen, der in dir verborgen liegt. Denn mit deiner Hinwendung zu dir schaffst in dir einen Raum der Akzeptanz, des Annehmens und der Wunsch nach Verwandlung führt dich dabei auf wundersame Art und Weise zu Neuem . Dein Blick für dich wird sehender und auf einmal nimmst du neue Lebensmöglichkeiten wahr, du erkennst vielleicht neue Qualitäten in dir, die du bisher unterdrück hast.
Dort, wo ich mich ohnmächtig fühle und auf meine Unfähigkeit stoße, dort liegt auch ein Schatz begraben.
Statt meine Energie darauf zu verwenden, Fehler gewaltsam zu beseitigen oder zu unterdrücken, sollte ich mit meinen Fehlern und Sünden, mit meinen Konflikten und Problemen ins Gespräch kommen. Dann können sie mir den Schatz zeigen, der auf dem Grund meiner Seele darauf wartet, geborgen zu werden. Und sie können mir zugleich auch den Weg zu diesem Schatz weisen.
Verwandlung ist also, die Akzeptanz meiner Schwächen, in der ich die Kraft für meine Wandlung finde.

Ich wünsch dir Freude dabei, wenn du deinen eigenen Schatz hebst….

In Liebe,  Angela

Vom König, der Gott sehen wollte

In einem fernen Land lebte einmal ein König. Der König wurde alt und sehr traurig.

Er wollte gar nichts mehr tun. „Seht“, sagte er, „in meinem Leben habe ich alles erlebt, was man erleben kann. Ich hab viel gesehen, gehört und erfahren. Nur eins habe ich nicht gesehen in meinem ganzen Leben: Gott habe ich nicht gesehen. Ihn möchte ich noch sehen, bevor ich sterbe.“

Deshalb befahl der König allen mächtigen Leuten, den Weisen und Priestern: „Zeigt mir Gott! Ihr habt dafür drei Tage Zeit. Wenn ihr es nicht schafft, werdet ihr schwer bestraft!“

Alle Bewohner des königlichen Palastes waren sehr traurig. Sie warteten auf ihren Tod. Genau nach drei Tagen rief der König alle vor sich. Aber keiner öffnete den Mund. Der König war sehr zornig. Er wollte das Todesurteil aussprechen.

Da kam ein Hirte vom Feld heim. Er hatte den Befehl des Königs gehört und sagte: „Erlaube mir König, deinen Wunsch zu erfüllen!“ „Gut“, sagte der König,

Gebetskerzen

„aber denk daran, es geht um deinen Kopf!“

Der Hirte führte den König auf einen freien Platz und zeigte ihm die Sonne. „Sieh in die Sonne“, sagt er. Der König hob seine Augen und wollte hineinsehen. „Ich werde ja ganz geblendet , willst du mich umbringen?“, fragt der König. „Aber König“, sagte der Hirte, „das ist doch nur ein kleines Ding der Schöpfung . Wie ein kleiner Funke eines großen Feuers. Gott ist noch viel größer. Wie willst du mit deinen schwachen Augen Gott sehen? Suche ihn mit anderen Augen!“

Das gefiel dem König. Er fragte den Hirten: „Was war vor Gott?“ Der Hirt dachte nach und sagte dann: „Fang an zu zählen!“ Der König begann: „Eins, zwei, drei….“ „Nein, nein“, unterbrach ihn der Hirte, „nicht so. Fange mit dem an, was vor eins kommt!“ „Wie kann ich das denn? Vor ‚eins’ gibt es doch nichts.“ – „Sehr klug gesprochen“, sagt der Hirte. Auch vor Gott gibt es nichts.“

 

Diese Antwort gefiel dem König noch besser. „Ich werde dich reich beschenken, wenn du mir noch eine dritte Frage beantworten kannst: Was macht Gott?“

Der Hirte merkte, dass das Herz des Königs weich geworden war. „Gut“, sagte er, „auch darauf will ich dir antworten.“ Nur um eins bitte ich dich: „Lass uns für eine kurze Zeit die Kleider tauschen

Der König legte die Zeichen seiner Königswürde ab und kleidete damit den Hirten. Er selber zog dessen kaputte und schmutzige Kleider an und hängte sich die Hirtentasche um. Der Hirt setzte sich auf den Thron, nahm das Zepter und zeigte damit auf die Stufen des Throns. Dort stand der König mit seiner Hirtentasche. „Siehst du, das macht Gott! … In Jesus Christus wurde der große Gott selber ein Mensch. Er stieg von seinem Thron herab und kam als kleines Kind in einem Stall zur Welt. Ja, er nahm für uns sogar den Tod auf sich, den Verbrechertod am Kreuz.“

Der Hirte zog wieder seine eigene Kleidung an. Der König stand lange da und dachte nach. Die letzen Worte des Hirten gingen durch seinen Kopf. Plötzlich aber wurde er froh und sagte: „Jetzt sehe ich Gott.“

Nach Leo N. Tolstoi