Niemand verdient es, zu verlieren

Aus Kapitel 25.IX im Textbuch des Kurses:

„3. Du kannst sicher sein, dass jede Antwort auf ein Problem, das der Heilige Geist löst, immer eine sein wird, bei der niemand verliert. Und das muss wahr sein, weil Er von niemandem ein Opfer fordert. Eine Antwort, die den geringsten Verlust für irgendjemanden fordert, hat das Problem nicht gelöst, sondern ihm noch etwas beigefügt, es vergrößert, schwerer lösbar und ungerechter gemacht. Es ist unmöglich, dass der Heilige Geist Ungerechtigkeit als eine Lösung sehen könnte. Für Ihn muss das, was ungerecht ist, berichtigt werden, weil es ungerecht ist. Und jeder Irrtum ist eine Wahrnehmung, in der zumindest einer ungerecht gesehen wird. So wird dem Gottessohn keine Gerechtigkeit zuteil. Wenn irgend jemand als Verlierer angesehen wird, ist er verurteilt worden. Und jetzt gebührt ihm Strafe statt Gerechtigkeit.

4. Der Anblick der Unschuld macht Strafe unmöglich und die Gerechtigkeit gewiss. Die Wahrnehmung des Heiligen Geistes (sie beinhaltet gerade diesen Anblick von Unschuld – Anm. d. Red.) lässt keinen Grund für einen Angriff. Nur ein Verlust könnte Angriff rechtfertigen, und Verlust irgendwelcher Art kann Er nicht sehen. Die Welt löst die Probleme auf andere Weise. Sie sieht eine Lösung als einen Zustand an, in dem entschieden wird, wer gewinnen und wer verlieren soll, wie viel der eine nehmen und der Verlierer noch verteidigen kann. Das Problem bleibt aber weiterhin ungelöst, denn nur die Gerechtigkeit kann einen Zustand herbeiführen, in dem es keinen Verlierer gibt, wo keiner übrigbleibt, der ungerecht behandelt wird und Entzug erleidet und deshalb Grund zur Rache hat. Probleme lösen kann nicht Rache sein, die bestenfalls ein weiteres Problem mit sich bringt, das sich dem ersten hinzufügt und bei dem der Mord nicht offensichtlich ist.

5. Die Problemlösung des Heiligen Geistes ist die Weise, wie das Problem endet. Es ist gelöst, weil ihm mit Gerechtigkeit begegnet worden ist. Solang das nicht geschehen ist, wird es wiederkehren, weil es noch nicht gelöst ist. Der Grundsatz, dem zufolge Gerechtigkeit bedeutet, dass niemand verlieren kann, ist für diesen Kurs entscheidend. Denn Wunder hängen von Gerechtigkeit ab. Nicht, wie sie mit den Augen dieser Welt gesehen wird, sondern wie Gott sie kennt und wie Erkenntnis in der Sicht gespiegelt wird, die der Heilige Geist verleiht. Niemand verdient es, zu verlieren.

Vergebung und Versöhnung sind ultimativ gerecht, weil sie alle Beteiligten aus dem Leid der Vergangenheit befreien. Besonders jedoch denjenigen, der vergibt. Endlich kann wieder Frieden einkehren. Und wünschen wir uns nicht alle eine friedlichere Welt?

Segen, Manuela

 

 


Unsere Versöhnungskreise

Text von Nuemi Holtwick:

Versöhnungskreise, was ist da eigentlich los? Was macht Ihr da? Was machen wir da? Gute Fragen, die mir immer wieder entgegenkommen.

Hier bemerke ich, dass ich ohnenhin einem (Ego-)Angebot in mir selbst zuhöre, das mir gut vertraut ist. Zweifel, Widerstand, nicht hinsehen oder hinhören wollen, Rückzug oder was habe ich damit zu tun? Und eben viele Fragen.

Und ich neige dazu, dem Gewohnten meine Aufmerksamkeit zu schenken, damit eine „scheinbare Ruhe“ sich einstellen möge. Es funktioniert mit dem Verdrängen aber immer nur einen Moment, und dann geht die Spirale von vorne los.

Doch dann komme ich in Begegnung mit meinen Brüdern und Schwestern und ich erfahre, dass ich einfach sein kann und in der Liebe Gottes ganz ruhig werde, dass meine Fragen, Zweifel und Widerstände einfach nicht mehr sind und ich mich wohl fühle.

Versöhnung heißt über genau diese Angebote hinwegsehen und die Liebe erfahren, so dass die Angebote sich auflösen und nicht verdrängt werden. In mir selbst eine neue Erfahrung von Frieden finden, so dass Angriffe sich verwandeln können und ich offen werde für Heilung in mir.

Der Kurs sagt: Es gibt nur ein Problem und das ist die Trennung von Gott.

Alle meine Erfahrungen, Begegnungen, was ich tue und was ich bin, ist eine Lehreinrichtung, um mit dem Heiligen Geist dieses „Problem“ zu betrachten.

Lasst uns mutig sein und in der ganzen Sicherheit des Himmels uns verbinden, um in jedem Raum der sich findet, Versöhnung stattfinden zu lassen – damit die Liebe sich ausdehnt.

Danke an alle die sich auf den Weg gemacht haben

Dankbarkeit und Wertschätzung –  Eure Nuemi

Weshalb lacht Gott? …..eine Buchempfehlung…..

Gnade durchdringt, einen schimmernden Lichtstahl gleich, das ganze Universum, unabhängig von Entfernung, ungeachtet der Dunkelheit

 der erste Satz in Deepak Chopras Buch „Weshalb lacht Gott?“ (Verlag Nymphenburger 2011), in dem es um die Geschichte eines Mannes geht, der mit dem Tod seines Vaters seine spirituelle Reise beginnt. Geführt wird, Angst anzusehen, zu erkennen lernt und zu überwinden. Ein wunderbares Buch, welches ich gerne empfehlen möchte. Es ermutigt und lässt spirituelle Wahrheiten leuchten in einer Leichtigkeit und das gepaart mit Humor und Liebe. „Nimm Dich nicht so ernst“ und „sei gleichzeitig achtsam mit Dir“, so wird Mickey Fellow, die Hauptperson im Buch, auf seiner Reise ermutigt und begleitet durch Francisco, den Boten des Himmels. „Wach auf!“. Deepak Chopra, den wir z.B. von dem Buch her kennen Der dritte Jesus“ (2008 bei Goldmann), formuliert Grundsätze für einen spirituellen Optimismus: Lachen, Dankbar sein, Gott will unsere Freude und so erkenne ich, dass alle meine Herausforderungen, die ich empfinde, zu verstehen sind als verkappte Chancen für Wachstum und Freude. Solange die Welt nicht mit Gott zusammen lacht und sich entspannt, solange können wir sie nicht in ihrem Reichtum erfahren.

Ja“ höre ich mich lachen.

Gedanken zum Jahresbeginn 2012: Liebe und Freiheit

Gedanken zum Jahresbeginn – Liebe versöhnt im JETZT und erkennt mich in meiner Freiheit

Es gibt, so heißt es im Kurs der Wunder (z.B. Kapitel 13 V.), nur zwei Gefühle: Liebe und Angst.
Wie einfach, wie uns allen ja auch bekannt. Ich stoße jedoch beim Weiter-Lesen und -Spüren auf einiges mehr, was sich anzusehen lohnt.
Die Liebe ist unveränderbar, sie fühlt sich wahr an und annehmend. Und Liebe will sich ausdehnen, auch das kennen wir, als gegenseitige Achtung, als Hinhören, ganz Sehen und wiedererkennen, sich verbunden fühlen. Keine Trennung und keine Beurteilung. Liebe dehnt sich aus wie etwa auch Freude und wird dadurch erst vollständig. Was für eine Botschaft.
In der Begegnung mit dem DU wird das ich zum Ich. „Das Kind erkennt sich im Glanz der Augen der Mutter“ hat der Kinderpsychologe Bruno Bettelheim formuliert. Ich fühle mich ganz inmitten der Freude meiner Familie. Ich bin ich, wenn ich mich vollständig in mir und vollständig von Gott angenommen fühle. „Ich erkenne mich im Wiedererkennen der ungeteilten Liebe und Freude Gottes genau an mir“.

Und für diese Erinnerung benötige oder besser: begegne ich mein Gegenüber, meinen Partner oder meine Partnerin, mein Kind.
Und auch in der Stille den Blick nach innen, mit dem ich erkenne, dass ich vollständig bin: gleichzeitig befreit und verbunden.
Das ist das Wunder, wie es im Kurs beschrieben ist: In dem inneren Raum, in dem ich mein Gegenüber so vollständig und in Liebe sehe wie mich, da sehe ich ihn und sie im Jetzt, ohne Vergangenheit. Ein großer Raum von Liebe tut sich auf. Wie von neuem geboren. Im DU das FREIE ICH.
Dann heißt Liebe versöhnt auch, loslassen von der Vergangenheit und meinen Deutungen der Ereignisse: im Jetzt ankommen. In der Liebe.

Frohe Weihnacht!

Der Text hier im Bild lautet:

GOTT FINDEN „Wenn du beginnst, Gott in dir zu entdecken, wirst du auch anfangen, Ihn in allen anderen Seelen zu entdecken und mit der Zeit auch in allen Geschöpfen des ganzen großen und weiten Universums.“ – aus dem Urantia Buch

Wir von der Gemeinschaft Liebe Versöhnt möchten allen danken für die gemeinsame Wegstrecke im letzten Jahr! Wir sind unserer Vereinsgründung sehr viel näher gekommen. So Gott will (und Er will!), starten wir gleich als anerkannter und vorläufig gemeinnütziger e.V. ins nächste Jahr. Unsere Vision hat sich vertieft und gefestigt, alles gelangt zunehmend an seinen richtigen Platz. So sehen wir 2012 freudig entgegen…

Wir wünschen euch allen Mut, eure Liebe jetzt am Weihnachtsfest mit allen zu teilen. Wir wünschen euch Geduld und Zuversicht durch eventuell schwierige Tage und Seine Freude und Friede im Herzen immerdar.

Mit Liebe,

Manuela

(für Liebe Versöhnt)

 

In Gemeinschaft studiert sich der Kurs leichter!

In vielen spirituellen Traditionen gibt es die „Zuflucht“ oder die Gemeinde, die einen unterstützt. Gemeinschaft soll nicht Gruppenzwang sein, sondern gegenseitige Unterstützung. Gemeinschaft soll Freude bereiten und alle Teilnehmer befördern und unterstützen. Gemeinschaft lässt Raum für Ausdruck und Fragen.

Der Kurs war nie dafür gedacht, dass man ihn alleine studiert. Sicherlich machen wir die täglichen Lektionen in unserem Geist und oft alleine. Aber die wirkliche Umsetzung und auch die „Prüfungen“ unseres Fortschrittes finden im Miteinander statt. Es sind die „anderen“, die mir meine Vergebungsübungen aufgeben, indem sie mich „ärgern“ ;-))

Frieden und Liebe wollen ausgedehnt werden, Freude und Lachen geteilt werden, Tränen gemeinsam geweint werden. Wenn du mehrere Menschen in deiner Umgebung hast, die mit dir den Kurs studieren wollen, kommen wir gerne vorbei, um dich/euch beim Aufbau einer regionalen Kursgruppe zu unterstützen. Nur Mut!

Segen, Manuela

 

 

Unterwegs als Kurslehrer

Wenn du eine Weile lang hingebungsvoll den Kurs studiert und die Übungen darin gemacht hast, kommt er dir einfach „aus allen Ohren“. Nicht dass du die richtigen Seiten und die richtigen Sätze kennst und Weltmeister im Zitieren bist – nein, du bist in einem gewissen Maße der Kurs GEWORDEN. Er lebt in dir. Du bist das Zeugnis der Transformation, die durch den Kurs erzielt werden kann. Anders: du bist ein Ausdruck der Liebe, der Wahrheit und des Weges.

Am letzten WE war ich unterwegs im Ruhrgebiet und ein paar Menschen hatten ein paar Menschen eingeladen. In kleinen Gruppen im Wohnzimmer oder im Fitness-Studio haben wir uns unterhalten bzw. uns unsere „Themen“ angeschaut. Sehr schön war für mich außerhalb dieser Treffen eine Begegnung mit einem jungen Mann, der offensichtlich und dann auch erklärtermaßen mit all dem „Zeug“, d.h. „Liebe Versöhnt“, Wunder, Kurs, usw. nichts anfangen kann und nichts davon hören wollte. Schön war nun, dass ich das nicht persönlich nahm und ihn einfach weiter wertschätzte. Ich ließ völlig davon ab, ihm „meine Ideen“ überzustülpen, sondern war einfach bereit, da zu sein und hilfreich zu sein.

Ein paar Sätze später sprudelten aus mir Gedanken heraus, in denen es um die Freiheit ging, die eigenen Gedanken wählen zu können, und dass die meisten Menschen ständig irgendwelche Gedanken nachbeten, die sie von anderen haben, aber selbst nie reflektiert haben. Für eine kurze Zeit war er ganz aufmerksam und ich merkte, wie ihn die Worte berührten. Sein Hören war genauso ein Geschenk, wie die Worte, die durch mich kamen und ich weiß, wir haben uns in dem Augenblick versöhnt – jenseits von Weltanschauungen.

Liebe ist wichtiger als Rechthaben. Wunder sind ein Ausdruck von Liebe. Wir sind nicht hier, um die Leute zu missionieren, sondern um sie zu lieben! Ahhh, wie großartig!

 

 

Versöhnung als Geschenk unserer Kinder

Ein Workshop mit Eltern behinderter Kinder

„Unsere besonderen Kinder“, so der Name des Kreises von Eltern, die uns bei einem Familienwochenende eingeladen hatten, einen Abend zu moderieren und in Austausch und Nähe zu kommen. Sicher, weil wir selbst sowohl Eltern eines verhaltenskreativen Kindes sind, wie auch fachlich im Thema geübt. Zweiundzwanzig Eltern aus vierzehn Familien, die es eint, ein behindertes Kind zu haben und gleichzeitig Gemeinschaft als Erleben von Hilfe, Stärke und Kraft zu wagen. Kinder, die mit Down Syndrom, geistiger und körperlicher Behinderung, autistischer Störung zunächst in der Welt mit vielen „Eigen-Worten“ benannt werden, die den Unterschied zum scheinbar „normalen“ betonen: eigenartig, eigen zu fördern, herausfallend als der Normalität, auffallend, zu betreuen… Dass diese Kinder, die unsere Wahrnehmung von dem „Normalen“ irritieren, ein Geschenk sind, welches wir als Eltern Stück für Stück auspacken und uns erlieben: was für ein Wunder (das Wort „erlieben“ kennt mein Rechtschreibprogramm nicht, und doch bleibt es wesentlich)!

Dies beschreibt ein wenig den Abend, der im Verlauf Berichte von Belastung, Leid und Ausschluss ebenso öffnete wie das Verbindende durch die Kinder, Lachen und Freude über die neuen Erfahrungen. Eltern wachsen miteinander und über sich hinaus, kommen an Grenzen, versöhnen sich mit ihrer Aufgabe ohne sich aufzugeben, teilen ihre Erfahrungen und werden eine Hilfe für die scheinbar so normale Welt, die Wachstum, Materie und Leistung auf ihrem Altar hat. Dies eine gemeinsame Erfahrung von beinahe allen Eltern: „Unser Kind hat uns die Augen geöffnet“. Viele Affinity Regeln, wie sie Paul Ferrini für wohlwollende und annehmende Gruppen formuliert hat, kennt dieser Elterngesprächskreis (im Kern der Erfahrung). Das war für mich eine weitere erstaunliche Erfahrung: „Wir müssen uns nicht verbiegen“ und uns und die anderen „in Ordnung bringen“. Wir schaffen einen Raum von gegenseitiger Wertschätzung und Annahme. Wir lassen das „people-pleasing“ hinter uns (davon heilen uns unsere Kinder…). Das miteinder Sprechen ist ein Teil der Versöhnung, der andere ist die berührende Erfahrung, dass wir der jeweils eigenen Aufgabe oder eben der unsrigen Gabe näherkommen, die in die Welt gegeben werden will.

In meinen Worten: Versöhnung ist ein Geschenk, welches ausgepackt werden will, wir haben jede Zeit zum Auspacken, Entdecken und Ausdehnen. Die Gesellschaft und die Welt braucht die Erfahrung von Eltern und Kindern mit Beeinträchtigung zur Heilung. Dies war eine Erfahrung in der Gruppe am Abend, die berührte und tief innen erinnerte an das wirklich Wesentliche.

Versöhnung wird ein Gemeinschaftsprozess, dem wir vertrauen. Der Himmel hatte uns gesegnet in der Erfahrung des Teilens und des Wesentlichseins für Heilung.

Matthias Trümner, Edertal 06.06.2011